35 Jahre Nachbarschaftsvertrag
Kreisauer Organisationen zeigen gelebte Zusammenarbeit
Zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags führen die Kreisauer Organisationen – die polnische Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und ihre deutschen Partner, die Kreisau Initiative e.V. und die Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau – eine gemeinsame Medienkampagne durch.

Der Vertrag und die Förderung der Jugendbegegnung
Der deutsch-polnische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit wurde am 17. Juni 1991 von Polens Ministerpräsident Jan Krzysztof Bielecki, dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl sowie der Außenminister beider Länder unterzeichnet. In 38 Artikeln wurden darin konkrete politische, wirtschaftliche und kulturelle Ziele für die Zusammenarbeit der beiden Länder formuliert. Zu seinen Inhalten gehörte auch die Förderung der Begegnung und des Austauschs von Jugendlichen. In Artikel 30 heißt es:
„Die Vertragsparteien sind davon überzeugt, dass das gegenseitige Kennenlernen und das gegenseitige Verstehen der jungen Generation von grundlegender Bedeutung ist, um der Verständigung und der Versöhnung zwischen dem polnischen und deutschen Volk einen dauerhaften Charakter zu verleihen.“
Der Vertrag bildete einen wichtigen Rahmen für die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen und schuf unter anderem die Grundlage für zahlreiche grenzüberschreitende Organisationen sowie für den vitalen Ausbau zivilgesellschaftlicher Initiativen. Als deutsch-polnisches Netzwerk leben die Kreisauer Organisationen diese Zusammenarbeit täglich. Historisch gewachsen und mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten, eint sie ein gemeinsames Ziel: Menschen für Demokratie und internationale Verständigung zu begeistern.
Eine gemeinsame Medienkampagne
Anlässlich des Jubiläums setzen die Kreisauer Organisationen auf Instagram, Facebook und LinkedIn eine Medienkampagne um, die zeigt, wie deutsch-polnische Zusammenarbeit heute in der Praxis aussieht. Neben Beiträgen über den historischen Kontext umfasst die Kampagne drei kurze Video-Interviews sowie Beiträge mit Zitaten und Fotos von Mitarbeitenden, die einen Einblick in ihren Arbeitsalltag geben.
Alla Bahlei, Projektmanagerin im Bereich Inklusion bei der Kreisau Initiative, betont die deutsch-polnische Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“:
„Mit unseren internationalen Partnern arbeiten wir kooperativ und gleichberechtigt zusammen.“
Für Moritz Decker, Manager für Philanthropie und Partnerschaften bei der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau, bedeutet deutsch-polnische Zusammenarbeit:
„Es ist immer gut, wenn man erstmal zuhört und versteht, wie die andere Seite bestimmte Dinge sieht, gerade wenn es um Geschichte geht oder um die Planung von Veranstaltungen.“
Monika Włoszczyk, Junior-Spezialistin für Bildungsprojekte bei der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, hebt hervor, wie wertvoll die Vielfalt der Perspektiven ist:
„Es gibt mir große Hoffnung zu sehen, dass die europäische Zusammenarbeit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Städten und Altersgruppen so wichtig ist.“
Die gemeinsame Kampagne der Kreisauer Organisationen zeigt, wie deutsch-polnische Zusammenarbeit aussehen kann. Sie verdeutlicht, was eine gleichberechtigte Kooperation zweier Länder bewirken kann, die in Kreisau/Krzyżowa einen lebendigen Ort der Begegnung und des Dialogs schafft.
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