Filmvorführung „Freya – Geschichte einer Liebe“ mit dem Allianz Campus Berlin
Am 11. Februar veranstaltete unsere Stiftung auf dem Allianz Campus in Berlin-Adlershof eine Vorführung des Films „Freya – Geschichte einer Liebe“ (2016) mit anschließendem Gespräch. Der Dokumentarfilm von Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn porträtiert anhand von Briefen und Interviews die Lebens- und Liebesgeschichte von Freya und ihrem Mann Helmuth James von Moltke. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Allianz versammelten sich an diesem Mittwochnachmittag, um zunächst die einleitenden Begrüßungsworte von Hannah Voß, Kirsten Schindler und Dr. Anna Quirin zu hören und anschließend gemeinsam den rund anderthalbstündigen Film zu schauen. Im Anschluss an die Vorführung beantworteten die Filmschaffenden Starost und Grotjahn die Fragen des Publikums.
Angela Haumann, Referentin für Standortfragen am Allianz Campus Berlin, berichtet eindrücklich von diesem interessanten und bewegenden Nachmittag.

Dass unser Allianz Campus Berlin ein wahres Multi-Talent ist, hat er in der vergangenen Woche ein weiteres Mal bewiesen. Denn die Räume Adlershof und Köpenick wandelten sich am 11. Februar in einen atmosphärischen Kinosaal und hießen die fast 70 Besucher:innen willkommen, die sich für die Vorstellung „Geschichte einer Liebe – Freya“ angemeldet hatten. Was die Zuschauer:innen erwartete, war ein ganz besonderes Filmerlebnis, das sein Publikum am Ende tief beeindruckt zurückließ.
Auch wenn die Allianz und die Freya von Moltke Stiftung für das Neue Kreisau (FvMS) schon seit über 20 Jahren eine vertrauensvolle Kooperation verbindet, ist das Wirken der Stiftung für viele Berliner Allianzer:innen wohl weiterhin nur wenig bekannt. Umso schöner, dass wir mit dem Filmnachmittag nun an die gemeinsam organisierte Ausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ und den Vortrag von Helmuth Caspar von Moltke im Sommer vergangenen Jahres anknüpfen konnten. Insofern gab es schon vor dem Film viel Beifall für die Worte von Kirsten Schindler, die für die Allianz begrüßte, sowie für Dr. Anna Quirin und Hannah Voß, die die den Anlass nutzten, kurz die Arbeit der FvMS vorzustellen.
Von der Kraft und Tiefe einer außergewöhnlichen Liebe
Dass zwei Menschen der Blitz der Liebe trifft und sie fast magisch voneinander angezogen werden, das ist heute wie auch vor 80 Jahren schon etwas Besonderes. Doch die Zeiten, in denen Freya und ihr Mann Helmuth James von Moltke leben, sind es noch viel mehr. Er geht in den Widerstand gegen die NS-Diktatur, trifft sich mit Gleichgesinnten in Kreisau auf dem Gut der Familie, um mit ihnen ein demokratisches Nachkriegsdeutschland zu planen. Er wird 1944 verhaftet und wenige Monate vor Kriegsende hingerichtet. Sie steht als Frau und Mutter voll und ganz hinter der Gewissensentscheidung ihres Mannes. Ist bei den Treffen dabei und versteckt wichtige Dokumente in Kreisau vor den Nazis. Riskiert damit ebenfalls alles. Seit sie sich kennen, schreiben sich die beiden Briefe und setzen dies auch während seiner Inhaftierung sehr intensiv fort. Gerade in ihnen wird deutlich, wie die beiden während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen Alltag, Widerstand und der ständigen Bedrohung durch Verfolgung ihren inneren Halt in ihrer Beziehung finden.
Freya bleibt mit ihren beiden Kindern nach dem Tod ihres Mannes zurück. Beeindruckend ist ihre Stärke und ihr unerschütterlicher Wille, nach vorne zu blicken. Selbst nach diesem großen Verlust. Anstatt in Verzweiflung zu versinken, fand sie den Mut, ihren Weg weiterzugehen und die Erinnerungen an ihre große Liebe als Antrieb für ihre Zukunft zu nutzen. Auch nach dem Krieg hört ihr Engagement nicht auf. Sie unterstützt den Aufbau der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Kreisau, um aus der Geschichte einen Lernort für junge Menschen zu machen.
Der Film hat tief berührt, weil er zeigt, wie leise, konsequent und menschenzugewandt Widerstand sein kann – und wie viel Kraft in einer Liebe steckt, die selbst durch Gefängnis, Todesurteil und Abschied nicht zerbricht. Die behutsame Mischung aus Briefzitaten, Interviews, historischen Aufnahmen und ruhigen Bildern ließ viel Raum für eigene Gedanken und macht den Film zu einem besonderen Anlass, über Haltung, Mut und Verantwortung im beruflichen und persönlichen Alltag nachzudenken.
Angela Haumann, 17. Februar 2026
Lesen Sie hier den Beitrag zur Ausstellung „Frauen im Widerstand“ auf dem Allianz Campus Berlin