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Roropa zu Besuch in Kreisau

Vom 17. bis 20. September 2026 reisten Mitglieder und Unterstützer des Rotarischen Freundeskreises für das Neue Kreisau (roropa e. V.) nach Breslau/Wrocław und Kreisau/Krzyżowa. Die bereits zum vierten Mal von der Freya von Moltke-Stiftung kuratierte und begleitete Reise bot den Teilnehmenden vertiefte Einblicke in die Arbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte und Gedenkstätte in Kreisau sowie in die deutsch-polnischen Beziehungen.

Eine besondere Freundschaft

Die Freya von Moltke-Stiftung und den Rotarischen Freundeskreis für das Neue Kreisau (roropa e. V.) verbindet eine enge Freundschaft und das gemeinsame Anliegen, die europäische Verständigung zu stärken. Der Verein wurde 2023 auf Initiative von Dr. Udo Noack und mit dem Engagement zahlreicher Mitglieder von Rotary International gegründet. Die Beziehungen zwischen Rotary und Kreisau reichen jedoch deutlich weiter zurück: Bereits 2019 führte eine Reise Rotary-Mitglieder erstmals nach Kreisau/Krzyżowa. Aus den regelmäßigen Besuchen entwickelten sich intensive Kontakte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die bis heute das gemeinsame Engagement prägen.

Breslau/Wrocław und das komplexe deutsch-polnische Kulturerbe

Die Reise begann in Breslau, wo die Gruppe auf Vertreterinnen und Vertreter des Rotary Clubs Wrocław traf. Bei einem gemeinsamen Abendessen zeichnete Generalkonsul Kremer die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen nach, sprach über wichtige Meilensteine der Aussöhnung und ging zugleich auf aktuelle Herausforderungen im Verhältnis beider Länder ein. Dabei betonte er die große Bedeutung des Dialogs und würdigte die Arbeit der Stiftung Kreisau als wichtigen Motor der europäischen Verständigung.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand darüber hinaus die vielschichtige Geschichte Breslaus und ihres deutsch-polnischen Kulturerbes. Fragen der Provenienzforschung, Rückgabeverhandlungen und das Wiederauffinden verloren geglaubter Kulturgüter machten deutlich, wie komplex der Umgang mit kulturellem Erbe in Europa sein kann. Wie schon bei den Reisen der vergangenen Jahre führte Renata Bardzik-Miłosz die Gruppe durch die historische Altstadt. Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte sie die enge Verflechtung der heutigen polnischen Metropole mit ihrer deutschen Vergangenheit und zeigte auf, wie kulturelles Erbe immer wieder neu bewertet und interpretiert wird. Der Blick auf die Geschichte der Stadt machte deutlich, wie wichtig Menschen sind, die sich für die Bewahrung von Kulturschätzen und den Dialog über nationale Grenzen hinweg einsetzen.

Kreisau/Krzyżowa und die Arbeit für europäische Verständigung

Der zweite Teil der Reise führte die Gruppe zur Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung nach Kreisau/Krzyżowa. Dort begrüßte Dominik Kretschmann, Leiter der Kreisauer Gedenkstätte, die Teilnehmenden und stellte die Geschichte sowie die heutige Arbeit der internationalen Gedenk- und Begegnungsstätte vor. Ein besonderer Höhepunkt war die Besichtigung des kürzlich fertiggestellten Berghauses, das als Herzstück der Kreisauer Gedenk- und Erinnerungsarbeit gilt.

Im Anschluss präsentierten Aleksandra Królak-Wąsowicz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, sowie Dr. Anna Poznańska, Leiterin für Kommunikation und strategische Entwicklung, die aktuellen Projekte der Stiftung. Im Mittelpunkt stand dabei auch die geplante Rotary-Förderung im Rahmen eines Global Grants für die „Kreisauer Zukunftsbrücke“, die derzeit gemeinsam mit verschiedenen Rotary Clubs vorbereitet wird.

Zu den eindrucksvollsten Momenten der Reise gehörte die Begegnung mit Waldemar Pytel, emeritierter Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Als Zeitzeuge berichtete er von der deutsch-polnischen Versöhnungsmesse von 1989 mit Helmut Kohl und Tadeusz Mazowiecki. Mit persönlichen Erinnerungen, Humor und großer Offenheit beantwortete er die Fragen der Teilnehmenden. Dabei machte er deutlich, dass Verständigung zwischen Deutschen und Polen niemals abgeschlossen ist, sondern immer wieder neue Begegnungen, Interesse und Engagement benötigt.

Impulse für die Zukunft

Der Besuch vor Ort machte deutlich, dass Kreisau als Ort des Kreisauer Kreises, der deutsch-polnischen Versöhnungsmesse von 1989 und der Entstehung einer internationalen Begegnungsstätte in den 1980er- und 1990er-Jahren ein besonderer Ort der Verständigung ist. Die Reisegruppe erlebte in Kreisau/Krzyżowa, dass die Arbeit für Frieden und Dialog weit über das historische Erinnern hinausgeht und heute in zahlreichen Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprojekten der internationalen Gedenk- und Begegnungsstätte fortgeführt wird.

Neben diesen Einblicken in die vielfältige Arbeit vor Ort waren es jedoch vor allem die persönlichen Begegnungen und die gemeinsame Zeit des Austauschs, die bei den Teilnehmenden nachwirkten.

Erfahren Sie mehr darüber, wie wir uns für Verständigung und Dialog einsetzen.