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Kreisaureise 26. - 28. Oktober 2007

Im Jubiläumsjahr – die Geburtstage von zwei Mitgliedern des Kreisauer Kreises, Helmuth James von Moltke und Pater Delp, jährten sich 2007 zum hundertsten Mal - bot die jährlich durchgeführte Reise eine besondere Gelegenheit, neben dem ideellen auch den realen Ort Kreisau kennen zu lernen. Am letzten Oktoberwochenende nutzten ca. 50 Stifter, Freunde und Interessierte diese Gelegenheit, darunter auch Helmuth Casper von Moltke (der Sohn Helmuth James von Moltkes), Dorothy von Moltke (die Nichte Helmuth James von Moltkes) und Michael Steltzer (der Enkel von Theodor Steltzer, Mitglied des Kreisauer Kreises).

Wie schon im Vorjahr fand die Reise in einem komfortablen Viersterne-Bus statt. So konnte bereits auf der Hinfahrt an der wunderbaren Friedenskirche in Jawor/ Jauer (seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe) Halt gemacht werden. Sie ist neben der Friedenskirche in Świdnica / Schweidnitz eine der beiden einzigen in Niederschlesien erhaltenen Kirchen, die von den evangelischen Christen nach dem Augsburger Frieden gebaut werden durften. Neben der historischen Relevanz sind diese beiden Friedens- bzw. Gnadenkirchen nicht nur von großem kulturgeschichtlichem Interesse, sondern auch beeindruckende Bauwerke. Nach einer Begrüßung der Gäste im Kreisauer Schloss durch Annemarie Franke, Leiterin der Gedenkstätte und Rafal Borkowski, Leiter der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Kreisau, bei Kaffee und Kuchen konnte sich die Zeit bis zum Abendessen mit einem Spaziergang über und um die Gutsanlage vertrieben werden.

Das Konzert, das für den Abend im Berghaus geplant war, musste leider wegen der Absage eines Musikers ausfallen, doch das Alternativprogramm war mehr als eine Entschädigung: Dorothy von Moltke las aus einer von Prof. Hans Maier anlässlich des 100. Geburtstages in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin) gehaltenen Festrede „Alfred Delp und der Kreisauer Kreis“. Danach hatten die Teilnehmer der Reise die Gelegenheit, Helmuth Casper von Moltke, der einst als Kind im Berghaus lebte, nach seinen Erfahrungen und Eindrücken der Zeit zu befragen. Der Abend endete in einem geselligen Miteinander im Berghaus.

Am Samstag folgten thematischen Führungen über das Gut Kreisau, durch die Kreisauer Dauerausstellung und das Berghaus und die Vorstellung der Arbeit der Jugend- und Begegnungsstätte durch pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - die ihren Gästen amüsante Praxiserfahrungen nicht vorenthielten. Nach einem Mittagessen wurde sich traditionell in einer Gesprächsrunde einem deutsch-polnischen Thema zugewandt. Diesmal waren als Experten Adam Krzeminski (Polityka), Irene Hahn (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag im Abgeordnetenbüro von Rainder Steenblock, MdB, Die Grünen) und Gunter Hoffmann (Die Zeit) geladen. Angesichts der gerade überstandenen und vieles verändernden Wahlen in Polen bot sich eine Menge Gesprächsstoff, der rege vom Publikum aufgenommen wurden.

Nach einem festlichen Abendmahl folgte ein ganz besonderer Programmpunkt der Reise: Die szenische Lesung des Stücks, „A journey to Kreisau“ von Marc P. Smith in Ausführung der University Players Hamburg, die bereits zu den Geburtstagsfeierlichkeiten im März für bewegende Momente und Begeisterung in ihrer Heimatstadt gesorgt hatte. Am Originalschauplatz Kreisau hinterließ die Aufführung bei allen, nicht zuletzt auch den Schauspielern, einen besonders bewegenden Eindruck.

Entgegen der ursprünglichen Planung musste am Sonntag die traditionell in der Kreisauer Kapelle stattfindende Andacht in die Friedenskirche nach Świdnica / Schweidnitz verlegt werden. Die Bauarbeiten an der Kreisauer Kapelle sollten im Spätsommer abgeschlossen sein, gravierende Mauerwerkschäden machen aber eine gründlichere, auf jeden Fall bis in den November hinein reichende Sanierung dringend notwendig. Nach einem Zwischenstopp mit Führung und Mittagessen im Barockschloss Fürstenstein trat man den gemeinsamen Heimweg nach Berlin an.

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