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„The Meme is the Message“

Ein Beitrag von Julien Then

Im Juli lud das John F. Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin den Film- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Johannes von Moltke von der University of Michigan ein, um über die Online-Mobilisierungsstrategien rechter Bewegungen in den USA und in Europa zu sprechen.

Ausgehend von einer Analyse der besonders in der amerikanischen extremen Rechten verbreiteten Verschwörungstheorie des „Cultural Marxism“, die das Wirken der deutsch-jüdischen Emigranten der Frankfurter Schule um Theodor W. Adorno, Erich Fromm und Herbert Marcuse für den liberalen Charakter der amerikanischen Gesellschaft verantwortlich macht, wies Prof. von Moltke den rassistischen, antisemitischen und anti-emanzipatorischen Charakter der sogenannten „Alt-Right“ nach.

Die Auseinandersetzung mit der Ideologie der Neuen Rechten brachte an diesem Abend aber noch eine weitere Erkenntnis: Indem Prof. von Moltke die Kritische Theorie auf ihre eigene Karikatur in der Gestalt des „Cultural Marxism“ anwandte, verdeutlichte er zugleich ihre Relevanz für die aktuelle politische Diskussion. Am Ende stand daher auch eine Lektüreempfehlung: In dem Vortrag „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“, der Mitte Juni bei Suhrkamp erscheint, beschreibt Adorno rechtsradikale Bewegungen als die „Narben“ einer unvollendeten Demokratie, die ihrem Versprechen von Freiheit und Gleichheit nicht gerecht wird. Das Problem des Rechtsradikalismus verweist damit, so Adorno, zurück auf die gesellschaftlichen Bedingungen, die ihn überhaupt erst ermöglichen.   

Prof. Dr. Johannes von Moltke (links) 

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